Tunnelkompetenz

Sicherheit im Tunnelbau: Temporäre Lösungen im Wandel

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Lesedauer: 5 Minuten

Tunnelbauprojekte zählen zu den komplexesten Bauvorhaben – und das gilt auch in besonderem Maße für die Sicherheitsanforderungen. Erfahrungen aus Projekten der Rhomberg Sersa Rail Group zeigen, dass temporäre Sicherheitslösungen heute ein breites technisches Spektrum abdecken und sich flexibel an den sich ständig verändernden Baustellenbetrieb anpassen müssen. Die Anforderungen steigen, und damit wächst auch die Komplexität der Systeme. 

Während gesetzliche Vorgaben häufig nur grundlegende Rahmenbedingungen vorgeben, spielen Empfehlungen und Leitfäden verschiedener Fachinstitutionen eine wesentliche Rolle. In der Praxis entsteht dadurch ein vielschichtiges Zusammenspiel aus technischen, organisatorischen und projektbezogenen Anforderungen. Besonders herausfordernd ist der Anspruch, möglichst viele Sicherheitsfunktionen „aus einer Hand“ zu integrieren – von Zutrittskontrollen über Alarmierungssysteme bis hin zur Ortung und Kommunikation. 

Bauphase und Betrieb: Unterschiedliche Anforderungen an die Sicherheit

Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen dem Bauzustand und dem späteren Betrieb eines Tunnels. Während im fertigen Tunnel in der Regel klimatisierte Technikräume, definierte Kabelführungen und stabile Installationsumgebungen vorhanden sind, muss im Baustellenbetrieb mit provisorischen Strukturen gearbeitet werden. Auch die Anforderungen an die Personenerfassung und Alarmierung sind in der Bauphase deutlich höher: Es muss jederzeit nachvollziehbar sein, wer sich wo im Tunnel aufhält, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. 

 

Im internationalen Kontext zeigen sich unterschiedliche Gewichtungen bei den Sicherheitsanforderungen. In der DACH-Region sind die Regelungen weitgehend abgestimmt, da ein kontinuierlicher Austausch zwischen den zuständigen Sicherheitsinstitutionen stattfindet. In anderen Ländern rückt hingegen häufig der Schutz vor unbefugtem Zutritt stärker in den Fokus, etwa durch zusätzliche Zugangskontrollen wie Drehkreuze oder Schranken. 

Technologische Entwicklungen und Integration

Technologische Entwicklungen tragen derzeit vor allem durch kleinere, aber wirkungsvolle Innovationen zur Weiterentwicklung der Sicherheitskonzepte bei. Dazu zählen moderne Kommunikationsprotokolle wie MQTT, KI-gestützte Erkennungsmechanismen sowie leichter vernetzbare Ortungs- und Sensortechnik. Sie ermöglichen eine effizientere Integration verschiedener Systeme und erhöhen die Zuverlässigkeit der Sicherheitsinfrastruktur. 

Abstimmung und Planung als Erfolgsfaktoren

Eine wesentliche Grundlage für funktionierende Sicherheitslösungen ist die frühzeitige Abstimmung mit Behörden, Feuerwehren und weiteren relevanten Stellen. Über den Bauherrn werden die Anforderungen koordiniert, technische Optionen bewertet und zu einem Gesamtsystem zusammengeführt, das den geltenden Sicherheitsvorgaben entspricht. 

 

In der praktischen Umsetzung wird gelegentlich deutlich, dass einzelne Faktoren weniger stark im Fokus stehen. Dazu zählen die Komplexität der zu integrierenden Systeme, die Notwendigkeit einer ausreichenden Erweiterbarkeit sowie der tatsächliche Bedarf an Personen- und Fahrzeugtags. Diese Punkte sind jedoch maßgeblich für einen sicheren und effizienten Baustellenbetrieb und sollten bereits in der Planungsphase umfassend berücksichtigt werden. 

 

Temporäre Sicherheitslösungen im Tunnelbau sind damit längst zu hochentwickelten, dynamischen Systemen geworden. Sie müssen flexibel, robust und zukunftsfähig sein – und entwickeln sich mit jeder technischen Neuerung weiter. Genau auf diese Anforderungen ist die Rhomberg Sersa Rail Group spezialisiert und bringt ihre Erfahrung in die Planung und Umsetzung integrierter Sicherheitslösungen im Tunnelbau ein. 

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