10 Jahre RSRG

Das unternehmerische Handeln als Schlüsselfaktor des Erfolgs

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Lesedauer: 3 Minuten

Erzählt von Garry Thür, CTO; Fokus auf die langfristige strategische Entwicklung der Gruppe mit Schwerpunkten auf Investitionen, neue Geschäftsmodelle, Innovation, Produktmanagement und digitale Transformation. Seit 2003 im Unternehmen.

Nach einer Kennenlernphase im gemeinsamen Projekt Lötschberg-Basistunnel und einer nachfolgenden „On-Off“ Beziehung haben sich die Unternehmen Sersa Group und Rhomberg Rail Holding am 17. September 2012 zur Rhomberg Sersa Rail Group zusammengeschlossen. Man fand Gemeinsames, Gegensätzliches und sich Ergänzendes in der Kultur und in den geografischen Märkten. Die Gemeinsamkeiten im hohen Qualitätsanspruch, im Zusammenhalt, im Lösungsfokus sollten sich bald als sehr hilfreich in einer schwierigen Phase in Deutschland zeigen.

Zusammenstehen, wenn es schwierig ist

Die Rhomberg Sersa Rail Group hat 2015 drei Unternehmensteile der Balfour Beatty Rail in Deutschland und Österreich gekauft. Eines davon musste in die Insolvenz in Eigenverwaltung geführt und restrukturiert werden. Es war das erste Mal, dass unsere Leute mit einer Insolvenz zu tun hatten. Der entscheidende Punkt zur Lösung: die Kombination von Vision & Konsequenz in der Umsetzung, unterstützt durch einen professionellen Prozess. Was ist damit genau gemeint? Bestmögliche Transparenz herstellen, Probleme benennen, bei den Lösungen möglichst Einstimmigkeit anstreben, Vertrauen von beiden Eigentümerfamilien erhalten. Durch diese schwierige Zeit sind wir in der Gruppe stark zusammengewachsen und zu einem relevanten Partner in Deutschland geworden. Nach diesem „gemeinsamen Durchstehen“ sind über die Jahre Großprojekte in Deutschland wahr geworden. Im Dezember 2021 hat sich erneut ein starker Beleg für das Ankommen in Deutschland gezeigt: Rhomberg Sersa Rail Group hat das Vergabepaket für die bahntechnische Ausrüstung und Tiefbau im größten Instandhaltungswerk der DB in Cottbus erhalten, welches erstmalig als partnerschaftlicher Allianzvertrag ausgeführt wird.

Veränderungen – Handeln vor 10 Jahren und heute

Sersa, führend in der Gesamterneuerung von Weichen, und Rhomberg, führend im Bereich der Festen Fahrbahn, haben sich in den Märkten ergänzt und komplettiert. In den anfänglich unterschiedlichen Kulturen hat eine stetige Annäherung stattgefunden. Mittlerweile sind wir eine Firma, man kann uns nicht mehr auseinanderhalten. Wir sind 2012 zusammengekommen, um in Europa ein führendes Bahntechnikunternehmen zu werden. Heute sind wir unter den Top 5 in Europa und mit Abstand das größte familiengeführte Unternehmen. Unser Selbstverständnis und die Wahrnehmung beim Kunden sind gestiegen. Wir sind deutlich selbstbewusster und reagieren in den meisten Märkten aus der Stärke heraus. Die Kooperationen innerhalb der Gruppe haben deutlich zugenommen. Lösungen, Kompetenzen von einem Land ins andere zu transferieren ist unser definiertes Ziel und da sind wir unterwegs. Der entscheidende Schlüsselfaktor, der heute mehr denn je gelebt wird, ist das unternehmerische Handeln eines jeden von uns. Wir sind uns bewusst, dass wir uns das Wachstum und die Innovationen selbst verdienen müssen. Alles ist in konstruktiven Dialogen hinterfragbar, jeder ist eigenverantwortlich.

Emotionale Highlights in Irland und Australien

Ein schönes Resultat von unternehmerischem Handeln durften wir im Dezember 2021 in Irland erleben. Die Vorgeschichte: Im Jahr des Zusammenschlusses 2012 hatte man sich gegen eine Angebotsabgabe und einen Marktaufbau in Irland entschieden, 2017 dann doch den Versuch gewagt und 2019 tatsächlich einen umfassenden 5-jährigen Instandhaltungsauftrag von Irish Rail erhalten. Das Team Irland ist heute extrem stark unterwegs. Als Konrad Schnyder und ich vor Weihnachten 2021 den Standort besuchten, waren wir überwältigt vom Lob, der Dankbarkeit und dem Stolz unserer Kollegen sowie dem erfreulichen Feedback unseres Kunden. Das sind bewegende Gefühle, die man nicht so schnell vergisst.

Für mich persönlich ist die Entwicklung unseres Standorts in Australien ein Erlebnis mit letztendlich vielen Höhepunkten. Seit 2006 hatten wir den australischen Markt mit großen Hoffnungen Schritt für Schritt entwickelt, als 2012 durch die Wirtschaftskrise die Privatinvestitionen plötzlich gestoppt wurden. Wir sind in die Verlustzone geraten und mussten Maßnahmen zur Restrukturierung setzen. Unseren Mitbewerbern ist es genauso ergangen. Es haben sich in dieser Zeit einige aus dem Bahnbereich zurückgezogen, das hat uns wiederum geholfen, erneut in die Gewinnzone zu kommen. Natürlich waren wir nicht hundertprozentig sicher, ob es sich ausgehen wird, aber wir haben an unsere langfristige Strategie und an unsere Mitarbeiter:innen geglaubt. Wir sind durchgetaucht, wo andere ausgestiegen sind. „Going the distance“ war hier das Erfolgsrezept. Ab 2015 ging es dann von einem Rekord zum nächsten. Heute ist Rhomberg Rail Australia ein etablierter Player mit Großaufträgen in Fester Fahrbahn - dank der Expertise aus der Rhomberg Sersa Rail Group.

Blick auf 2032

Mit Blick auf das Jahr 2032 sehe ich folgendes Bild unserer Gruppe: Wir haben ein stabiles Fundament durch unsere Baustellen-Ausführungskompetenz, das durch automatisierte Prozesse optimiert ist. Über die bestehenden Technologieplattformen sind wir in viel mehr Ländern als heute im Produkt- und Servicebereich unterwegs. Unsere Gruppe baut Plattformen zur Optimierung der Bauprozesse sogar mit auf, da wir führend sind im Technologiewandel. Wir verkaufen Wissen auf Baustellen, die wir gar nicht selbst bauen werden. Dadurch, dass wir in vielen Märkten unterwegs sind, können wir unseren Kunden schneller erprobte Lösungen anbieten. Durch unser Vorausdenken von Lösungen sind wir ein geschätzter, gewünschter Partner im Team des Kunden. Wir arbeiten noch stärker in Netzwerken, in Kompetenznetzwerken mit Kunden, in Partnerschaftsmodellen. Wir sind Vorreiter in der Ressourcenthematik, in der Klimaneutralität und ziehen deshalb die besten Fachkräfte als Mitarbeiter:innen und Partner an. 

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