RSRG nutzt Synergien als Komplettanbieter für die Instandsetzung Brailtunnel I.
Die RSRG zeigt bei der anspruchsvollen Instandsetzung des Brailtunnels I, wie sie ihre Synergien als internationaler Komplettanbieter nutzt.
Der 1912 erbaute 895 Meter langen Meterspur-Tunnel wird von April 2026 bis Juni 2031 umfassend instandgesetzt, um die Betriebssicherheit langfristig zu gewährleisten und an die heutigen technischen Anforderungen anzupassen.
Rückbau und Wiederaufbau der Tunnelportale
Ein zentrales Element der Instandsetzung ist die Erneuerung der historischen Tunnelportale. Diese werden kontrolliert Stein für Stein zurückgebaut, sämtliche Bauteile erfasst und zwischenge lagert. Nach der Profilaufweitung und Unterbaumodernisierung erfolgt der originalgetreue Wiedereinbau, wobei markante Steine an ihre ursprüngliche Position zurückversetzt werden, um den his torischen Charakter der Portale zu erhalten.
Besondere Randbedingungen der Baustelle
Die Lage des Bauwerks stellt hohe logistische und sicherheitstech nische Anforderungen. Der Tunnel ist ausschlie sslich über bis zu 35 Meter hohe Viadukte erreichbar und der Baustellenbetrieb im Früh jahr hängt von den alpinen Bedingungen ab. Die Arbeitsfreigabe erfolgt durch die Lawinenkommission, da Lawinen die Zufahrts wege zu den Installationsplätzen queren können.
Profilaufweitung und Innenausbau
Das bestehende Tunnelprofil wird mittels Sprengvortrieb um rund einen Meter pro Seite erweitert, wobei etwa 15.000 m³ Felsaus bruchmaterial anfallen. Erneuerung der Gleisanlagen Der anschliessende Innenausbau erfolgt gemäss der RhB-Nor malbauweise mit Betonfertigteilen, was sich in vorangegangenen Projekten bewährt hat und durch Initiativen der RSRG kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Mit dem Brailtunnel I realisiert das Unternehmen die Instandsetzung des vierten von insgesamt sieben Tunneln für die Rhätische Bahn.
Arbeiten im Nachtbetrieb
Die Arbeiten im Tunnel finden während der Nachtbetriebspause von 20:50 Uhr bis 05:00 Uhr statt und erfordern eine präzise Planung. Der Ablauf ist standardisiert: Nach der letzten Zugdurchfahrt wird der Tunnel gesperrt, die Deckenstromschiene demontiert, die Sprengung vorbereitet und durchgeführt, das Ausbruchmaterial abtransportiert und die frisch freigelegte Felsoberfläche durch Spritzbeton und Felsanker gesichert. Anschliessend wird die Strom schiene wieder montiert und ein temporärer Schutztunnel unter der neu aufgefahrenen Etappe erstellt. Die Arbeiten an der Deckenstromanlage begleitet ein Spezialist der RSRG.
Digitale Vermessung und Dokumentation
Die Abteilung Digital Rail Service der RSRG unterstützt das Projekt bei der Vermessung und Baufortschrittskontrolle. Durch kontinuierliche 3D-Dokumentation lassen sich Geometrie, Qualität und Fortschritt präzise nachvollziehen. Der Tunnel wächst somit virtuell wie real Nacht für Nacht weiter.
Erneuerung der Gleisanlagen
Die bestehende Gleisanlage wird jeweils im Frühjahr während einer fünfwöchigen Totalsperre erneuert und dabei von Schotter- auf Feste Fahrbahn umgestellt. Sohlabsenkung und Gleiseinbau übernehmen die Spezialist:innen des maschinellen Gleisbaus der RSRG.
Umwelt- und Naturschutzmassnahmen
Zur Reduktion von Lärm- und Treibstoffemissionen wird der Maschinenpark modernisiert, es werden vermehrt Akkugeräte eingesetzt und es wird mit alternativen Treibstoffen wie Hydrotreated Vegetable Oil (HVO) gearbeitet. Zudem wird die Installation einer Photovoltaikanlage auf den Baustelleneinrichtungen geprüft. Die Bewertung der technischen und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit erfolgt durch Rhomberg Energie.
Facts
Projekt Brailtunnel I
- Länge: 895 m
- Spurweite: Meterspur
- Baujahr: 1912
- Bauphase: April 2026 bis Juni 2031
- Felsausbruch: ca. 15.000 m³
- Linie: RhB Scoul-Tarasp – St Moritz