Sanierung der Senkstellen im Stutzeck-Axenbergtunnel.
In kurzer Zeit ein großes Bauvolumen unter anspruchsvollen Bedingungen umzusetzen, erfordert mehr als Standardlösungen. Die Sanierung der Senkstellen im Stutzeck-Axenberg-Tunnel zeigt, wie präzise Planung, durchdachte Logistik und eingespielte Abläufe auch unter engen Rahmenbedingungen zum Erfolg führen.
Die Sanierung der Senkstellen im Stutzeck-Axenbergtunnel zwischen Sisikon und Flüelen war ein Projekt mit aussergewöhnlichen Anforderungen. Innerhalb kurzer Zeit wurde ein grosses Bauvolumen umgesetzt – unter engen Zeitfenstern, komplexen Rahmenbedingungen sowie hohen Anforderungen an Planung, Logistik und Ausführung.
Der rund 3,4 Kilometer lange Tunnel ist Teil einer wichtigen Nord-Süd-Verbindung im Schweizer Bahnnetz und stellt eine zentrale Zulaufstrecke zu den Gotthard-Basis tunneln dar. Ziel der Arbeiten war es, mehrere Senkstellen im Tunnel dauerhaft zu sanieren, da bereits Setzungen festgestellt worden waren.
Im Rahmen des Projekts wurden insgesamt sieben Sanierungsbereiche instandgesetzt, wobei von einer Senkstelle zur nächsten gearbeitet wurde.
In einem ersten Schritt wurde das Gleis zurückgebaut und der Schotter mit einer MFS-Komposition abgeführt. Anschliessend wurden die bestehende Betonsohlplatte, der Fels sowie die Entwässerungsleitung rückgebaut.
Der Beton für die neue Sohle wurde gleisgebunden zur jeweiligen Senkstelle im Tunnel transportiert und aufgrund der örtlichen Gegebenheiten über eine Strecke von bis zu 160 Meter gepumpt. Die zu erneuernde Entwässerungs leitung wurde dabei gemeinsam mit der Sohle betoniert.
Eine besondere Herausforderung während der Sanierung stellte das Risiko durch Wasser dar. Aufgrund einer vor Ort vorhandenen Quelle mit anfallenden Wassermengen von bis zu 70 m³/h musste die Umleitung über einen temporären Bypass jederzeit zuverlässig funktionieren.
Gleichzeitig wurden das Schotterbett sowie der Oberbau erneuert und die Gleislage wiederhergestellt. Insgesamt wurde dabei über ein Kilometer Gleis erneuert. Die effektive Bauzeit betrug sieben Wochen.
Eine der grössten Herausforderungen stellte die Logistik dar. Da sich ein grosser Teil der Baustelle im eingleisigen Tunnel befand und nur begrenzte Installationsflächen zur Verfügung standen, mussten sämtliche Materialtransporte präzise organisiert werden. Schotter, Ausbruchmaterial und Baumaterialien konnten grösstenteils nicht konventionell per LKW transportiert werden, sondern mussten gleisgebunden zur Baustelle gebracht bzw. von dort abgeführt werden.
Die Bauzüge verkehrten zwischen den Logistikstand orten und der Baustelle im Tunnel. Jede Materialbewegung musste exakt geplant und in die verfügbaren Zeitfenster des Bahnbetriebs integriert werden.
Um die anspruchsvollen Termine einhalten zu können, wurde während der intensiven Bauphasen überwiegend im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet – oft sieben Tage die Woche. Bauarbeiten, Materialtransporte und Gleisbau mussten dabei präzise aufeinander abgestimmt werden.
Trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen konnte das Projekt effizient umgesetzt und die vorgegebenen Meilensteine eingehalten werden – ein Ergebnis, auf das alle Beteiligten stolz sein können.