Mit Allianzverträgen setzt die Deutsche Bahn auf neue Zusammenarbeit – und Rhomberg Sersa gestaltet sie aktiv mit.
Früh ein gemeinsames Team, ein gemeinsames Ziel und Entscheidungen nach dem Prinzip „Best for Project“: Genau dafür steht das Partnerschaftsmodell Schiene. Zwei Pilotprojekte in Baden-Württemberg zeigen, wie leistungsfähig dieses Modell ist.
Allianzvertragsmodelle stehen für einen neuen Weg, komplexe Infrastrukturvorhaben zu realisieren. Statt klassischer Einzelverträge arbeiten Auftraggeber, Planer und ausführende Unternehmen in einem gemeinsamen Mehrparteienvertrag zusammen. Entscheidend ist dabei nicht das Denken in Zuständigkeiten, sondern das Handeln für ein gemeinsames Termin-, Kosten- und Qualitätsziel. Mit dem Partnerschaftsmodell Schiene hat die Deutsche Bahn diesen Ansatz gezielt auf grosse und anspruchsvolle Projekte der Schieneninfrastruktur übertragen. Die frühe Einbindung aller wesentlichen Beteiligten schafft die Grundlage dafür, Bauabläufe, Logistik, Sperrpausen und technische Lösungen frühzeitig aufeinander abzustimmen und ganzheitlich zu optimieren. Auch wirtschaftlich setzt das Modell ein starkes Signal: Zielkosten werden gemeinsam definiert, Chancen und Risiken partnerschaftlich getragen. Das schafft Transparenz, stärkt Vertrauen und treibt den Kulturwandel im Bahnbau spürbar voran.
Die Rhomberg Sersa Rail Group ist in Baden-Württemberg in gleich zwei Pilotprojekten Teil dieses zukunftsweisenden Ansatzes: beim Gäubahnausbau Nord und bei der Residenzbahn.
Gäubahnausbau
Beim Gäubahnausbau Nord übernimmt der Pfaffensteigtunnel eine Schlüsselrolle. Das rund elf Kilometer lange Bauwerk, planmässig der längste Tunnel Deutschlands, wird künftig den Flughafen Stuttgart mit Böblingen verbinden und die Strecke Stuttgart–Zürich an den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof anbinden. Im Partnerschaftsmodell Schiene wurde die Planung in bemerkenswert kurzer Zeit vorange trieben: Nach der Planungsphase von 2023 bis 2025 konnten die vorbereitenden Arbeiten für den Vortrieb bereits starten; die Inbetriebnahme ist für 2033 avisiert. Gemeinsam mit dem ARGE-Partner Swietelsky Bau GesmbH verantwortet die RSRG zentrale Leistungen: den gesamten Oberbau mit Fester Fahrbahn und Schotteroberbau, die 50-Hz-Ausstattung, die mechanische Tunnelausstattung sowie den koordinierten Kabelzug.
Residenzbahn
Auch bei der Residenzbahn setzt die Deutsche Bahn auf die Stärke des Partnerschaftsmodells Schiene. Das Projekt bündelt Massnahmen im Abschnitt Söllingen–Pforzheim sowie in den Bahnhöfen Wilferdingen-Singen und Pforzheim, um Barrieren abzubauen, die Leistungsfähigkeit zu steigern und mehrere Einzelbaustellen in kurzer Folge zu vermeiden. Wie wirkungsvoll das Allianzmodell ist, zeigt sich besonders an der Planung der Eisenbahnbrücke über die Luitgard- strasse in Pforzheim: In kurzer Zeit entstand eine detaillierte und belastbare Lösung, die Bauzeit, Verkehrsbelastung und Ressourceneinsatz reduziert. Die Planungsphase läuft seit 2025 und soll bis 2028 dauern, die bauliche Umsetzung ist bis etwa 2030 vorgesehen. Gemeinsam mit der REIF Bauunternehmung GmbH & Co. KG übernimmt die Rhomberg Sersa als Verantwortliche für die Verkehrsanlagen den Erd- und Tiefbau, Bahnsteiganlagen, Oberbau, Strassen, Wege und Plätze sowie Kabeltiefbau und Entwässerung.
So sind Allianzverträge für die RSRG weit mehr als nur eine neue Vertragsform: Sie sind ein kraftvoller Hebel, um Infrastrukturprojekte partnerschaftlich, effizient und zukunftsorientiert umzusetzen.